Vogelpflegestation Schaffhausen – Jahresbericht 2019

Überwältigend!

Das Jahr 2019 war in vieler Hinsicht ein Rekordjahr. Während die Meteorologen über Hitzerekorde sprachen, platze die Vogelpflegestation fast aus den Nähten. Zeitweise waren etwa 120 Vögel gleichzeitig da, und es wurde wirklich langsam eng. Dass die Fütterungen von morgens um 6:30 bis 21 Uhr abends dauerten, waren wir uns ja schon gewohnt, aber die vielen hungrigen Vögel frassen natürlich auch rekordmässig viel Futter.

Im ganzen Jahr konnten wir 618 Vögel aufnehmen sowie 23 andere Tiere (vor allem Igel), mehr als je zuvor.

Bei den meisten Vögeln handelte es sich um Jungtiere, die natürlich besonders intensiv gepflegt werden müssen. So wundert auch nicht, dass insgesamt über 3‘300 Stunden Arbeit in der Vogelpflegestation geleistet wurde. Fast ein Drittel davon haben unseren freiwilligen Helfer beigetragen, und dafür sind wir unendlich dankbar. Unser Team erhielt dieses Jahr auch zum ersten Mal Unterstützung durch einen Zivildienstleistenden. Unsere Tierpfleger hatten während zwei Monaten jemanden, der ihnen zur Hand gehen konnte und der Zivi einige Erlebnisse, die er hoffentlich noch lange in guter Erinnerung behalten wird.

Es sind natürlich oft häufige Arten, die in die Vogelpflegestation gebracht werden, so wie Spatzen, Amseln und Hausrotschwänzchen. Dennoch sind auch seltene und bedrohte Vogelarten manchmal auf unsere Hilfe angewiesen, wie zum Beispiel Kuckuck, Wendehals und Mittelspecht. Insgesamt 55 verschiedene Vogelarten konnten wir in diesem Jahr betreuen, und viele Menschen für den Schutz der Vögel gewinnen.

Überwältigend war auch die grosszügige Unterstützung unserer Mitglieder und Spender dieses Jahr. Dank den vielen grossen und kleinen Beiträgen konnten wir die anspruchsvolle Saison in der Vogelpflegestation auch finanziell bewältigen. Auch ein Sponsoringbeitrag der EKS von CHF 10‘000 war uns eine grosse Hilfe.

Ausblick

Es steht uns erneut ein grosses Jahr bevor. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Zahl der hilfsbedürftigen Tiere tendenziell immer weiter ansteigt. Deshalb ist es nun höchste Zeit, unsere Einrichtung anzupassen. Mit der Anschaffung von einigen neuen Käfigboxen soll es uns möglich werden, die grosse Zahl gefiederter Patienten besser unterzubringen.
Angesichts der Situation, dass das Grundstück in Beringen immer wieder überschwemmt wurde, haben wir von der Gemeinde Beringen das grosszügige Angebot erhalten, die Vogelpflegestation in einer Liegenschaft in Guntmadingen unterzubringen. Im Herbst soll der Umzug stattfinden, und bis dahin ist natürlich viel vorzubereiten. Doch zuallererst werden wir uns erneut bemühen, auch in dieser Saison allen Vögeln und Wildtieren die nötige Pflege zu bieten, bis sie bereit sind zur Wiederauswilderung.