Vogelpflegestation Schaffhausen – Jahresbericht 2021
Warum es die Vogelpflegestation braucht
Das Leben in der Natur ist für Vögel manchmal hart und gefährlich. Doch nicht jede Gefahr ist auch natürlich, im Gegenteil, viele werden von uns Menschen verursacht. Aufprall an einer Fensterscheibe und Verletzungen durch Hauskatzen gehören zu den häufigsten Gründen, warum Vögel zu uns in die Pflegestation gebracht werden. Auch gute Nistplätze sind in der vom Menschen geprägten Umgebung schwer zu finden, und so geschieht es nicht selten, dass ein ungeeigneter Nistplatz zum Absturz der jungen Vögel führt. Genau solche unglücklichen Umstände machen die Vogelpflegestation so dringend nötig. So können wir immerhin denjenigen dieser Pechvögel helfen, die rechtzeitig gefunden und zu uns gebracht werden.
Wie jedes Jahr waren es vor allem die zahlreichen Jungvögel, die unsere Arbeit prägten, und die Sommermonate waren unsere intensivste Zeit in der Vogelpflegestation. In dieser Zeit fängt der Arbeitstag für uns sehr früh an und geht bis in die Abendstunden. Unser Team wurde zum Glück tatkräftig unterstützt von unseren freiwilligen Helfern sowie auch von Zivildienstleistenden, sonst wäre diese intensive Zeit kaum zu bewältigen gewesen. Insgesamt wurden über 600 Vögel in der Station aufgenommen und gepflegt und es konnten viele Leben gerettet werden.
Häufige und seltene Gäste
Natürlich sind viele der Vögel, die bei uns gepflegt werden, eher häufige Vogelarten, die man aus dem Garten und der Umgebung gut kennt. Doch nicht nur Spatz und Amsel werden bei uns aufgenommen. Unter den 57 Vogelarten gab es durchaus auch seltenere Gäste, wie etwa Wendehals, Mittelspecht oder Rotdrossel. Tatsächlich waren insgesamt Vertreter von zwölf Vogelarten dabei, die in der Schweiz auf der roten Liste stehen. Doch ungeachtet ob es eine ornithologische Seltenheit oder ein „Allerweltsvogel“ ist, der Hilfe braucht, wir geben für jeden von ihnen unser Bestes.
Weiterentwicklung
Um für unsere Schützlinge die besten Chancen zu ermöglichen, arbeiten wir fortlaufend daran, die Vogelpflegestation zu verbessern und noch professioneller zu werden. Dazu gehören zum Beispiel regelmässige Weiterbildungen für unser Team, und auch Verbesserungen an unserer Einrichtung. Zum Beispiel konnten wir 2021 endlich einen richtigen Ententeich bauen, um für Wasservögel eine natürlichere Umgebung zu schaffen. Doch solche Verbesserungen kosten natürlich auch Geld. Darum sind wir so dankbar, dass wir weiterhin auf die grosszügige Unterstützung unserer Spender, Mitglieder und Sponsoren zählen dürfen. Gemeinsam werden wir noch viele Leben retten.

