Jungvögel

Fleissige Elterntiere brüten im Frühjahr über ihren Eiern oder versorgen ihre ersten Nestlinge. Bei anderen Arten sind die ersten Flugversuche bereits im vollen Gange. Hin und wieder purzeln die kleinen Geschöpfe aus ihren Nestern oder bleiben bei einem ihrer Flugversuche verloren auf dem Boden sitzen.

Wann welcher Jungvogel auf Hilfe angewiesen ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Kann der Jungvogel ohne Probleme Flattern und Hüpfen, ist keine Hilfe nötig. Setzten Sie den Jungvogel einfach in ein nahes Gebüsch und beobachten Sie ihn eine Zeit lang aus der Distanz. In der Regel kümmern sich die Elterntiere um ihr fast flügges Jungtier.

Hat der Vogel noch wenige oder gar keine Federn, dann ist sofortige Hilfe nötig. Wenn Sie das Nest erreichen können, und sich sicher sind, dass es das Richtige ist, dann setzen sie den Vogel vorsichtig zurück. Sie dürfen den Vogel anfassen, Vögel erkennen ihre Jungen an der Stimme, nicht am Geruch.
Falls das Nest nicht erreichbar ist, dann halten Sie den Nestling unbedingt warm und rufen Sie sofort an, damit er möglichst bald versorgt werden kann. Unterkühlung ist im ersten Moment die grösste Gefahr. Veruchen Sie bitte nicht, das Vogelbaby zu füttern oder Wasser zu geben, er kann daran ersticken und das falsche Futter ist sehr schädlich und führt nicht selten zum Tod.

Scheibenkollision

Prallt ein Vogel gegen eine Scheibe geht einem dieser Klang in Mark und Bein. In vielen Fällen sterben, je nach Aufprallgeschwindigkeit, solche Vögel an einem Genickbruch.

Finden Sie nach einem solchen Aufprall einen Vogel am Boden, ist Hilfe angebracht. Ruhe ist als allererstes gefragt. Nehmen Sie am Besten eine kleine Kartonschachtel, legen etwas Zeitungspapier oder Haushaltspapier flach hinein und stehen mit dem Bleistift rundherum einige Luftlöcher. Nun können Sie den Vogel hinein setzen und an einen dunklen, ruhigen Ort stellen. (Nicht an die Sonne, nicht an die klirrende Kälte) Nach 1 bis 2 Stunden können sie die Kartonschalten draussen (!) öffnen, und schauen, ob der Vogel wegfliegen kann.
Falls nicht, rufen Sie bitte an und bringen den Vogel zu uns. Manchmal sieht man auch sofort, dass etwas nicht gut ist, wenn ein Flügel herabhängt zum Beispiel. Der Flügel ist dann wahrscheinlich gebrochen. In der Vogelpflegestation kann er genau untersucht werden, und der Flügel wird geschient, damit der Knochen verheilen kann.
Vermeiden Sie in Zukunft weitere Unfälle an diesem Fenster, indem Sie Durchsicht übers Eck und Spiegelungen mindern. Wertvolle Tipps dazu finden Sie hier: https://vogelglas.vogelwarte.ch/

Katze bringt lebendigen Vogel heim

Der Jagdtrieb vieler Katzen wird besonders im Frühjahr enorm gereizt. Überall flattert und zwitschert es über ihren Köpfen. Wir bitten alle Katzenhalter ihren Vierbeinern zu dieser Zeit ein Halsband mit Glöggli umzubinden. Sei es auch nur während des Freigangs. Denn erwischt und tötet eine Katze ein Elterntier, sterben womöglich alle Jungvögel im Nest einen qualvollen Hungertod.
Wenn Sie im Garten oder der Umgebung frisch ausgeflogene Jungvögel beobachten, lassen Sie Ihre Katze wenn irgend möglich ein paar Tage drinnen bleiben. Sie wird es nicht mögen, aber Sie retten damit wahrscheinlich viele Vogelleben.
Auch hochwertiges Katzenfutter mit hohem Proteingehalt, sowie regelmässiges Spiel zu Hause, hilft offenbar, den Jagdtrieb zu mildern.

Jedes Tier, das von einer Katze erwischt wurde, muss in die Pflegestation gebracht werden. Under dem Gefieder sind auch tiefe Stiche und Bisswunden nicht auf den ersten Blick erkennbar, und können zu lebensgefährichen Infektionen führen. In der Pflegestation werden die Vögel sorgfältig untersucht, Wunden desinfiziert und ein Antibiotikum verabreicht. So erhalten sie zumindest die Chance, wieder gesund zu werden, wenn nicht gerade schlimme innere Verletzungen durch den Angriff verursacht wurden.